Letzte Erlebnisse im Jahr 2014

Das Neue Jahr ist da, für welches ich allen noch alles Gute wünsche. Doch bevor wir ins Jahr 2015 gerutscht sind, habe ich noch einiges erlebt, von dem ich euch berichten möchte.

Bei dem vielen Schnee in Deutschland wahrscheinlich unvorstellbar, ist hier in Bolivien gerade Hochsommer, das heißt aber auch Regenzeit. Am Vormittag zeigt sich meist das schönste Wetter bei bis zu 30°. Doch am späten Nachmittag beginnt dann der Regen, oft auch heftige Gewitter oder Hagel, und dauert bis in die Abendstunden. Da kühlt es schnell wieder ab und man fängt schnell an zu frieren.

Von Ende November bis Anfang Februar sind in ganz Bolivien Sommerferien. Für die Schüler aus dem Internat heißt das, dass sie nach Hause in ihre Dörfer oder in die Stadt zum Arbeiten gehen. Jede Woche müssen jedoch drei bis vier Schüler ins Internat zurückkehren, um hier zu helfen, denn hier steht einiges an: Alle Schlaf-, Aufenthalts- und Lernräume müssen gereinigt, Bettdecken, Matratzen und Kissen gewaschen, Kaputtes repariert und der Bestand gezählt werden. Und genau dabei helfen Kira und ich auch mit. Erst haben wir die Puppen und Puppenkleider aus dem Kindergarten gewaschen und die Listen der Schulbücher und –hefte auf den neusten Stand gebracht. Außerdem hat uns die Kindergärtnerin Doña Alicia Stricken beigebracht. Jetzt stricken wir am Vormittag fleißig Stirnbänder mit Mustern oder Puppenkleidung und am Nachmittag haben wir Presente. Außerdem haben wir bei den weihnachtlichen Vorbereitungen geholfen: einen Adventskranz gebunden, den Weihnachtsbaum geschmückt und die Geschenke für die Mitarbeiter aus dem Centro Social eingepackt.

Beim Binden des Adventskranzes für das Internet

Beim Binden des Adventskranzes für das Internet

Der geschmückte Weihnachtsbaum in unserem Aufenthaltsraum

Der geschmückte Weihnachtsbaum in unserem Aufenthaltsraum

An Heilig Abend haben wir mit Schwester Verena, anderen Mitarbeitern und den Misioneras Quechuas, die auch auf dem Gelände des Internats leben, ein großes Mahl mit Bratwürsten, Kartoffeln, Reis, Kartoffel- und Karottensalat zu uns genommen.

Das Weihnachtsfestmahl

Das Weihnachtsfestmahl

 

Danach haben zwei der Misioneras Quechuas in dem kleinen Gebetsraum des Internats eine Andacht gehalten, bei der wir alle teilgenommen haben.

Nachdem das Essen ein wenig verdaut war, haben wir uns alle im Living zu selbstgebackenen Plätzchen und Glühwein versammelt. Bei dem Geruch nach Glühwein kam dann doch Weihnachtsstimmung auf. Dann wurden natürlich auch noch Geschenke verteilt und ausgepackt.

Gemütliches Beisammensein mit ein paar Mitarbeitern des Internats

Gemütliches Beisammensein mit ein paar Mitarbeitern

Die Leiterin des Centro Social Schwester Verena

Die Leiterin des Centro Social Schwester Verena

Der Abschluss des besonderen Abends bildete der Gottesdienst in der Kirche im Dorf, der sehr besucht war. Am 25. Dezember, dem einzigen Weihnachtsfeiertag in Bolivien, sind wir am frühen Morgen in die Kirche gegangen und mittags gab es nochmal ein großes Festessen, bei dem auch die Pfarrer aus dem Ort eingeladen waren.

In der darauffolgenden Nacht sind wir zur Reise zum Titicacasee aufgebrochen. Nachts ging es mit dem Bus zunächst nach Cochabamba. Die Fahrt dorthin geht über enge Wege durch viele kleine Dörfer und dauert sieben bis acht Stunden. Danach ging es für Kira, Jakob (ein anderer Freiwilliger aus Cochabamba) und mich weiter nach La Paz. Nach acht Stunden kamen wir dort am frühen Morgen an. Der letzte Abschnitt der Fahrt dauerte vier Stunden und ging nach Copacabana. Das ist der bekannteste Landzugang in Bolivien zum Titicacasee und gleichzeitig ein sehr berühmter Pilgerort. Dort haben wir uns noch mit Alina und Johannes getroffen. Die beiden sind auch Freiwillige vom BDKJ und arbeiten in dem noch kleinen Dorf Titicachi.

Am ersten Tag haben wir uns Copacabana mit der von außen beeindruckenden Basílica Virgen de la Candelaria (Maria Lichtmess) angeschaut.

Die Basílica Virgen de la Candelaria

Die Basílica Virgen de la Candelaria

Außerdem sind wir auf den Berg Cerro Calvario gestiegen, der der Höhepunkt der Pilgerstätte mit 14 Kreuzstationen auf über 4000m ist. Von dort aus haben wir die Sicht über den Titicacasee bei Sonnenschein genossen.

Aussicht auf den Titicacasee

Aussicht auf den Titicacasee

Auf dem Berg Cerro Calvario

Auf dem Berg Cerro Calvario

Leider merkt man aber auch im Westen Boliviens etwas von der Regenzeit. Abends hat bereits der Regen angefangen und dauerte bis zum späten Vormittag an, dadurch wurde es auch richtig kalt. Trotzdem ging es am nächsten Tag mit dem Boot weiter in den Süden der Isla del Sol (Sonneninsel). Kaum sind wir dort angekommen, brach die Sonne aus der Wolkendecke und es wurde richtig heiß. Bei Sonnenschein sind wir in Richtung Norden der Insel gelaufen.

Gruppenbild auf der Isla del Sol

Gruppenbild auf der Isla del Sol

Auf dem Weg in den Norden

Auf dem Weg in den Norden

 

Eigentlich wollten wir uns auch den Sonnenuntergang und -aufgang anschauen, aber leider hat es zu der Zeit wieder in Strömen geregnet. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes ging es erst wieder zurück nach Copacabana und dann mit dem Boot zur Islas Flotantes.

Die Bootstour

Die Bootstour

 

Als Anlegestelle dienen Schilfflöße, die mit ihren Schilfhütten eine Touristenattraktion sind. Auf diesen kann man auch die frisch aus dem See gefangenen Forellen verspeisen.

Blick auf die Schilfflöße von oben

Blick auf die Schilfflöße von oben

 

Danach ging es wieder zurück zum Ausgangsort und von dort mit dem Bus über die Zwischenstation La Paz nach Cochabamba zurück.

Der Ausflug hat zwar nur wenige Tage gedauert, trotzdem haben wir sehr viel erlebt und haben ein weiteres Mal die beeindruckende Natur Boliviens kennengelernt.

Ich wünsche allen nachträglich noch ein gutes Neues Jahr: sumaj wata musujwatapaj 2015!

Eure Pauline