Am Ende angekommen

Hola liebe Blogleser,

mein Freiwillig Soziales Jahr geht nun zu Ende und auch wenn gerade die letzten Wochen viel zu schnell vergangen sind und ich es irgendwie noch gar nicht realisieren kann, dass ich bald wieder zu Hause bin, heißt es Abschiednehmen.
Von Independencia, dem Centro Social, den Kids, der Schule, allen Freunden und vielem mehr habe ich mich bereits verabschieden müssen, denn Kira und ich sind bereits in Cochabamba und verbringen hier die letzten Tage, weil es sich so mit dem Fahren besser angeboten hat und man sagt ein langsamer Abschied ist ein besserer.
Das erste Verabschieden war schon nicht leicht, doch das Zweite wird wohl noch ein Stück schwerer, denn nun lasse ich für die nächste Zeit endgültig Bolivien und alles, was es für mich mit sich gebracht hat, hinter mir. Auch wenn dieses Jahr in Bolivien für die Menschen und Relationen in Deutschland eine lange Zeit ist, habe ich erkannt, dass es für die Projekte und Kinder hier nur sehr kurze ist. „Ihr kommt kurze Zeit und hinterlasst nur Traurigkeit…“, ein Satz von einer Schülerin, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.
„Was bleibt ist die Erinnerung(…)“ an viele schöne, interessante und lehrreiche Erfahrungen, schwere und tolle Zeiten, jede Menge neues Essen und viele neue Bekanntschaften, sowie den Einblick in ein ganz anderes Leben. Dies alles ist festgehalten in über 18 000 Bildern, vielen Briefen, Berichten und Tagebucheinträgen, doch vor allem in meinem Herzen.
Dieses Jahr mit all seinen Früchten werde ich nicht vergessen können und wollen.

DSCF9708_2Und dafür möchte ich einen riesen großen Dank aussprechen: Zu aller erst an Schwester Verena, denn wäre sie nicht, gäbe es das Projekt hier nicht. Sie hat Kira und mich stets unterstützt, interessante Anekdoten aus ihrem Leben in Bolivien erzählt, uns vor möglichen „Fettnäpfchen“ gewarnt – nicht, dass wir trotzdem in welche gefallen wären 🙂 – und war immer zu Hilfe.
Doch keines Wegs weniger gilt der riesen große Dank dem Missionskreis Ayopaya und dem BDKJ Bamberg, ohne welche es das Projekt nicht gäbe, denn es würde das Geld zum Realisieren aller möglichen Dinge, sowie der weltwärts-Träger fehlen.
In diesem Sinne: VIELEN DANK – MUCHAS GRACIAS

Weiterhin seid ihr Leser nicht zu vergessen! Euer aufmerksames Lesen und Verfolgen der Berichte, euer Fragen und Antworten hat mich immer sehr gefreut und auch geholfen. DANKE! GRACIAS!

In weniger als 24 Stunden muss ich nun „Adiós Bolivien“ und „Hallo Deutschland“ sagen und dann komme ich „zurück in das alte, neue Leben“, wie eine bolivianische Freundin mir zum Abschied sagte.

DSCF3464Vielen Dank und bis bald,

Eure Pauline

PS: Ich bin jetzt aber nicht aus der Bolivien-Welt und wenn ihr noch etwas wissen möchtet, dann schreibt mir doch einfach eine Mail.

Familie, Fest und Ferien

Pünktlich zum größten Fest Independencias, der „Fiesta de la Virgen del Carmen“, kamen meine Mama und Schwester zu Besuch. Darauf habe ich mich schon seit Wochen riesig gefreut.

Geschichtlich ist am Tag des Festes, dem 16.Juli, die Jungfrau Maria (Virgen) in Jerusalem auf dem Berg Carmenelo erschienen.

Doch hierin Independencia begann das Fest schon eine Woche zuvor. Jeden Abend fand ein Gottesdienst in verschiedenen Orten des Dorfes statt – im Krankenhaus, Rathaus, bei Privatpersonen und am letzten Abend in der Kirche.

Am Dienstagabend sollte auf dem Hauptplatz eigentlich ein Musik- und Tanzabend stattfinden, doch wegen starken Gewittern und Regen ist dieser wortwörtlich ins Wasser gefallen.

Am nächsten Tag begann das Fest mit einem Umzug durch das Dorf. Für das Event sind aus ganz Bolivien Besucher nach Independencia gekommen. Es war wie am Karneval in Oruro. Verschiedene Gruppen haben traditionelle Tänze in außergewöhnlicher Kleidung vorgeführt. Die beiden Schulen tanzten Tobas, Tinku und Diablada und zwei Gruppen aus Cochabamba Morenada. Musikalisch wurde alles von Bandas (eine Art Blaskapelle) der Schulen und professionellen Bandas aus Oruro begleitet.

Morenada

Morenada

Diablada

Diablada

Kira und ich hatten die Wochen vorher mit den Schülern Tobastanzen geübt, sodass wir mit der Abiturklasse eingezogen sind.

Tobastanzen :)

Tobastanzen 🙂

Mit einer Tinkustänzerin

Mit einer Tinkustänzerin

Abends folgte Tanzen auf der Plaza, das eigentlich am Vortag schon stattfinden sollte.

Der Donnerstag, der eigentliche Festtag, begann mit einer Prozession zu Ehren der Jungfrau Maria durch das Dorf.

Prozession durchs Dorf

Prozession durchs Dorf

Am Nachmittag fand erneut ein Umzug der Tänzer statt. Jede Tanzgruppe hat auf der Plaza ein paar Runden getanzt und so kam es dass wir erst um 19 Uhr halberfroren an der Reihe waren. Danach gab es für alle Tänzer in der Schule ein gemeinsames Essen. Am Abend folgte wieder lustiges Tanzen auf dem Hauptplatz.

Meine beiden Liebsten

Meine beiden Liebsten

Am darauffolgenden Tag fand der begehrte Stierkampf statt. Durch die mehr oder weniger abgesicherte Hauptstraße wurden nacheinander dreißig Stiere geschickt. Diese hatten alle ein Band mit Geld um den Hals. Jeder Mutige konnte in den „Kampfring“ treten und versuchen dem Tier die Trophäe abzunehmen. War es bis zum Ende der Straße niemandem gelungen, das Halsband abzunehmen, bekam der Stierbesitzer das Geld. Es waren auch professionelle Stierkämpfer anwesend, doch oft waren es auch einfach Betrunkene, sodass es zu mehreren Verletzten kam.

Stierkampf

Stierkampf

Am Samstag endeten die Festlichkeiten mit einer Verabschiedung des Festes. Dabei wurden auch die Festausrichter für das nächste Jahr ausgesucht. Denn die Bands, Klamotten, Tänzer usw. werden immer von Privatpersonen finanziert.

Sucre und Salar de Uyuni

Nach dem großen Fest ging es mit meiner Schwester und Mama auf Reise.

Als Erstes stand die Hauptstadt Boliviens Sucre auf dem Plan. Die Stadt ist allerdings für die Politik irrelevant, da sie früher zu abgelegen lag. Doch 1992 wurde Sucre zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Wegen der schönen Gebäude im Kolonialstil ist die Stadt trotzdem ein beliebter Ort für Touristen.

Selfie über Sucre

Selfie über Sucre

Am Montag sind wir von der sehr aufregenden Busfahrt erschöpft in Sucre angekommen. Dort haben wir uns viele verschiedene Kirchen, meist leider nur von außen, angeschaut. Auf das Dach der Kirche La Merced konnten wir auch steigen, von wo wir eine tolle Sicht über die ganze Stadt hatten.

Danach sind wir hoch zum Kloster La Recoleta gelaufen. In der strahlenden Sonne haben wir uns einen Eisbecher gegönnt und die Aussicht genossen.

Aussicht genießen...

Aussicht genießen…

Am nächsten Tag saßen wir stundenlang im Park, haben gehäkelt, gelesen und typisch bolivianische Gerichte ausprobiert, wie Salteñas (gefüllte Teigtaschen mit Gemüse), Empanadas (Käsetaschen) und Buñuelo (wie ungarischer Langos)

Leckeres, frisches Obst

Leckeres, frisches Obst

Buñuelos einkaufen

Buñuelos einkaufen

Eigentlich wollten wir am Abend direkt weiter nach Uyuni fahren. Doch schon seit mehreren Wochen wird in Potosí gestreikt. Denn nach dem Regierungswechsel wurde Potosí 15 Forderungen, wie der Bau eines Flughafens, bessere Konditionen in der Minenarbeit usw., versprochen, jedoch wurden diese noch nicht verfüllt. Deswegen mussten wir über Cochabamba nach Oruro fahren. Das war ein ziemlicher Umweg, doch wir sind gut angekommen. Die Busse weiter nach Uyuni fahren immer nur abends, deshalb haben wir den Tag in der Hauptstadt des Karnevals verbracht. Leider ist dort wirklich nur der Karneval sehenswert und sonst gibt es keine Attraktionen in der Stadt. Also haben wir uns einen schönen, entspannten Tag im Park gemacht 🙂

Da auf der Strecke von Oruro nach Uyuni auch gestreikt wird, mussten wir einen Umweg mitten durch die Wüste nehmen. Wie es das Schicksal wollte, blieben wir dort in der Eiseskälte stecken. Alle mussten mit anpacken, dass wir den Bus wieder rausbekommen haben.

Mit dem Seil rausgezogen :)

Mit dem Seil rausgezogen 🙂

Mit einiger Verspätung haben wir schließlich Uyuni erreicht. Die Stadt selbst ist sehr klein, doch wegen dem Salzsee „Salar de Uyuni“ sehr bekannt.

Am gleichen Tag haben wir noch eine typische 3-Tagestour begonnen. Mit einer anderer argentinischen Familie ging es im Jeep zunächst zum Eisenbahnfriedhof. Dort wurden die ersten Eisenbahnlinien und Züge Boliviens zur Touristenaktion gemacht.

Und weiter ging es zum Salar, ein weites weißes Meer, das kein Ende nimmt. Egal in welche Richtung man schaut, man sieht nur den salzigen, trockenen und weißen Boden mit den vielen Sechsecken.

Das "weiße Meer"

Das “weiße Meer”

Die berühmten Sechsecken

Die berühmten Sechsecken

 

Mitten auf der Salzwüste haben wir mittags gepicknickt….einfach unglaublich! Danach ging es noch zur Kaktusinsel, auf der die Kakteen bis zu 10m groß werden.

Picknick auf dem Salzsee

Picknick auf dem Salzsee

 

Weiter ging es zu unserer ersten Übernachtung, dem Salzhotel. Der ganze Boden, Wände, Betten und Stühle waren aus Salz. Abends saßen alle Touristen noch gemütlich beisammen und haben sich ihre Geschichten erzählt.

Am nächsten Tag ging es in den Nationalpark und zu vielen verschiedenen Lagunen. Jede Lagune hat eine andere Farbe. Die grüne Lagune erhält ihre Farbe durch die Mineralien und den Wind, die rote durch die hiergenannte rote Erde und die blaue ist einfach total klares Wasser mit der Himmelsspieglung. Die Flamingos verliehen den Lagunen etwas Magisches.

Die rote Lagune

Die rote Lagune

 

Bevor es dann schließlich zu meiner wohl höchstgelegensten Schlafgelegenheit auf 4600m ging, haben wir uns noch verschiedene Vulkansteine angesehen. Ganz berühmt ist hier der „Baum“, mit viel Fantasie sieht man aber auch Papageien, Löwen und sonstige Kreaturen. Die 4600m machten mir in der Nacht nichts aus. Doch es war so bitterkalt, dass auch die sechs Schichten Pullis nichts geholfen haben.

Am letzten Tag ging es schon um 5.30 Uhr los, denn wir wollten den Sonnenaufgang inmitten der Gasiere bestaunen. Auf der Höhe von 4900m steigen heiße Gase aus dem Erdboden und lassen die schon unbeschreibliche Natur noch irrealer wirken.

Heiße Gasiere aus dem Erdboden

Heiße Gasiere aus dem Erdboden

Danach ging es noch zu heißen Quellen zum Baden. Nach insgesamt 350km an diesem Tag sind wir am Nachmittag wieder in Uyuni angekommen. Diese drei Tage waren voll von jeder Menge Kälte, dünner Luft, unzähligen Naturwundern und unbeschreiblichen Eindrücken, die man nicht in Worte und nur schwer in Bildern festhalten kann.

Nach den wunderschönen Tagen mit meiner Mama und Schwester mussten wir uns leider wieder trennen. Die Beiden sind weiter nach Copacabana zum Titicacasee gefahren und ich musste wieder nach Independencia zurück. Doch es war so toll, den Beiden mein Leben hier in Bolivien zu zeigen, denn man kann nicht alles in Worte fassen und nun können sie sich alles viel besser vorstellen.

Meine Allerliebsten bei mir

Meine Allerliebsten bei mir

Ein Herz für Bolivien

Ein Herz für Bolivien

Meine Zeit hier in Bolivien neigt sich langsam dem Ende zu…ich werde die letzten Wochen hier noch genießen und freue mich aber auch schon auf Zuhause.

Ganz liebe Grüße aus Bolivien,

Pauline

Das Leben auf dem Land

Damit auch die Menschen auf dem Land medizinische Versorgung erhalten, hat Schwester Verena mit Hilfe von Spenden aus Deutschland in verschiedenen Dörfern kleine Sanitätsposten errichtet.

Neben der Arbeit in der Schule, im Kindergarten und im Centro Social lernen wir Freiwilligen in Independencia so auch das Leben auf dem Land Boliviens kennen. Denn knapp zwei Wochen habe ich in dem ca. 100 Einwohner-Dorf Cantumarca mit der Krankenschwester Alina verbracht.

Seit 1995 besteht dieser Sanitätsposten und versorgt Cantumarca und auch die umliegenden Dörfer medizinisch.

Sanitätsposten in Cantumarca

Sanitätsposten in Cantumarca

Gleich am ersten Tag meines Aufenthaltes ging es mit weiteren Ärzten aus dem Krankenhaus Independencias nach Chacovillque, um den monatlichen Gesundheitscheck der Kinder durchzuführen.

Direkt nach dem Eintreffen sind die Dorfbewohner mit ihren Kindern zum Versorgungsauto gekommen, wo die Ärzte die Entwicklung der Kinder nach Größe und Gewicht überprüft haben. Außerdem haben ihre Eltern für sie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel mit wichtigen Vitaminen und Mineralien, die der Staat finanziert, bekommen.

In der Grundschule mit ihren 20 Schülern haben wir dann die neunjährigen Schüler gegen Tetanus geimpft. Dieser Impfstoff wird ebenfalls vom Staat finanziert. Natürlich wurden auch noch alle anderen Kranken versorgt.

Ärztliche Versorgung in Chacovillque

Ärztliche Versorgung in Chacovillque

 

Danach ging es wieder zurück nach Cantumarca. In den folgenden Tagen habe ich vor allem das ländliche Leben kennengelernt.

Die älteren Frauen haben keine Schulbildung genossen, daher sprechen sie kein „castellano“, sondern nur Quechua.

Das Landleben unterscheidet sich von dem mir bisher bekannten sehr. Die Menschen stehen schon sehr früh auf, um ihre Tiere auf das Feld zu bringen. Um 10 Uhr gibt es dann Frühstück, aber nicht wie in Deutschland Brot oder Müsli, sondern etwas Warmes. Denn die Frauen bereiten nach dem Aufstehen eine Suppe oder Kartoffeln mit Gemüse zu. Das Ganze wird in einem „Küchenhäuschen“ auf offenem Feuer gekocht.

Das Kochen auf dem Land

Das Kochen auf dem Land

 

Gestärkt geht es danach auf das Feld, um Kartoffeln zu ernten, die Felder umzugraben oder ähnliches. Dabei mitzuhelfen war für mich eine ganz besondere Erfahrung.

 

Kartoffelernten

Kartoffelernten

 

Während der Arbeit wird auf dem bereits geernteten Feld ein kleines Feuer gemacht, in dem später Kartoffeln und Maiskolben gekocht werden. Nach mehreren Stunden haben wir diese gegessen, um dann mit neuer Energie weiter zu arbeiten.

 

Am nächsten Tag haben wir Humint’a zubereitet. Dies ist ein traditionelles Essen: Maiskörner werden mit einem Fleischwolf zerkleinert, mit Gewürzen verfeinert und anschließend in die Maisblätter portioniert. Danach haben wir es im großen Steinofen gebacken. Ein weiteres Mal haben wir sie auch auf dem Feuer im Topf gekocht.

Humint'a im Kochtopf

Humint’a im Kochtopf

 

Während meines Aufenthaltes kamen aus der Region immer wieder Patienten zum Sanitätsposten, die wir behandelt haben. Allerdings waren es nie große Beschwerden und es gab auch keinen Notfall.

 

Nach 12 Tagen ging es wieder zurück nach Independencia. Die Krankenschwester Alina hat mich dorthin begleitet. Da Krankenschwestern in Bolivien nur 22 Tage im Monat arbeiten müssen, geht sie Ende des Monats immer zu ihrer Familie in die Provinzhauptstadt.

Ohne Auto ist es gar nicht so einfach, aus Cantumarca herauszukommen. Nach drei Stunden Fußmarsch mit meinem viel zu schweren Rucksack sind wir an die Straße, die von Cochabamba nach Independencia führt, gekommen. Dort sind wir nach einigem Warten in den vorbeifahrenden Bus eingestiegen und nach einer Stunde Fahrt gut in Independencia ausgestiegen.

 

Hier noch ein paar Impressionen von meinem Abenteuer:

Regenbogen in Cantumarca

Regenbogen in Cantumarca

Mit Krankenschwester Alina Maisstiele essen

Mit Krankenschwester Alina Maisstiele essen

Schweinchenausführen

Schweinchenausführen

Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück der Erde

Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück der Erde

 

 

Die Sodalid-Mine

Zwei Stunden von Independencia entfernt liegt schon fast im Urwald das kleine Dorf Sivingani, welches für seinen „Frosch-Berg“ bekannt ist. Denn dieser Berg enthält das blaue Mineral Sodalid, das unter der Leitung von einem Italiener abgebaut und nach Japan und Europa exportiert wird. Zusammen mit Marie und Sarah – Lang-/Kurzzeitbesucherinnen aus Deutschland – haben wir diesen Berg und die Verarbeitung von diesem Stein besichtigt. In die Mine selbst konnten wir leider nicht, weil gerade gesprengt wurde. Aber auch die Verarbeitung war interessant, denn aus einem bräunlichen, großen Gesteinsbrocken wird nach dem Schleifen und Waschen ein schöner dunkelblau graumelierter Stein.

Und wenn man Glück hat, findet man sogar das ein oder andere Partikelchen Gold darin.

Denn die Region war auch für das Goldwaschen bekannt und schaut man sich die Flussbetten genau an, kann man viel „Glitzer“ entdecken.

Auf der Suche nach den schönsten Steinen

Auf der Suche nach den schönsten Steinen

 

Nach dem Besuch des Sodalidabbaus ging es weiter zu einem Wasserfall in Mitten des urwaldähnlichen Waldes an einem Berg. Von weitem hat man diesen schon gesehen und plötzlich standen wir ganz nah da 🙂

Mit Don Luis am Wasserfall

Mit Don Luis am Wasserfall

 

Nach einem Picknick am Fluss fuhren wir noch zu dem Dorf Chuchawani, um uns dort den Wochenmarkt anzusehen, der war leider schon zu Ende, aber wir hatten die Möglichkeit einen weiteren Sanitätsposten zu sehen.

 

Während des Ausfluges lernten wir viele kleine Dörfer kennen und merkten, was der Höhenunterschied von fast 1000m in der Landschaft ausmacht.

Die beeindruckende Landschaft

Die beeindruckende Landschaft

 

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen,

ganz liebe Grüße vom Land,

eure Pauline

Ostern in Bolivien

Dieses Jahr habe ich Ostern hier im Centro Social einmal ein wenig anders erlebt. Ebenso wie an Todos Santos durften die Kinder über die Feiertage nach Hause fahren und so war das Internat wie leer gefegt.
Am Gründonnerstag, dem Jueves Santo (= Heiliger Donnerstag), ging es abends in den Gottesdienst. Dort fand zunächst die normale Messe statt. Danach wusch der Pfarrer mehreren Jugendlichen, die in der Firmvorbereitung sind, die Füße. Nach dem Gottesdienst fand für diese Jugendlichen noch eine kleine Andacht statt. Daran haben wir auch teilgenommen und waren sehr begeistert davon, es war richtig emotional für uns. Sehr beeindruckt hat mich auch, wie gläubig manche Jugendliche sind.

Am nächsten Tag, dem Viernes Santo, ist es Tradition, dass bis zum späten Mittag gefastet wird und so gab es im Centro Social „nur“ eine Suppe zum Mittagessen.

Am Nachmittag ging es dann wieder in die Kirche. Neben dem normalen Ablauf, gab es auch die Kreuzverehrung: Die Menschen sind nacheinander vor gegangen und haben die Wunden Jesu am Kreuz berührt und geküsst. Danach ging es zum Kreuzweg. Die ganze Gemeinde ist mit dem Sarg Jesu durch das Dorf gelaufen und hat an verschiedenen Stellen angehalten, um an die verschiedenen Leidensstationen Jesu zu gedenken. Dabei wurden immer wieder Blumen und Konfetti auf den Sarg gestreut.

Kreuzweg mit Sarg Jesu

Kreuzweg mit Sarg Jesu

Am Abend hatten wir vom Osterhasen die Aufgabe bekommen, 150 Eier zu bemalen. Alle Mitarbeiter, die an diesem Tag da waren und die Misioneras Quechuas haben zusammen geholfen, damit am Ende alle Eier kunterbunt waren. Diese Eier haben die Internatskinder am Sonntag zum Abendessen erhalten.

Bemalte Eier für die Kinder

Bemalte Eier für die Kinder

 

Am Samstag haben Kira und ich Ostereierplätzchen gemacht. Kunterbunt verziert hat jeder Mitarbeiter ein am Sonntag ein Plätzchen von uns erhalten.

Ostereierplätzchen

Ostereierplätzchen

Am späten Abend ging es dann in die Ostermesse, die wie in Deutschland mit einem Osterfeuer begonnen wurde. Der Gottesdienst hat sich kaum von dem deutschen unterschieden und war von den Jugendlichen auch schön mitgestaltet.

 

Es gibt hier aber nicht nur Feste, sondern auch den normalen Alltag.

Dreimal in der Woche gehe ich in das Colegio (=Gymnasium) Boliviano-Aleman. An den anderen Tagen gehe ich in den Kindergarten. Das Colegio geht von der siebten bis zur 12. Klasse. Das letzte Jahr beenden die Schüler mit dem Abitur. Insgesamt gehen ca. 650 Schüler auf die Schule und in einer Klasse sind zwischen 30 und 40 Schüler. Von diesen sind fast 90% Campesinos, das heißt, dass sie von kleineren Dörfern auf dem Land kommen und nicht aus der Provinzhauptstadt Independencia 🙂

Ich begleite die Englischlehrerin Ruth in die verschiedenen Klassen und helfe, wo es nötig ist: schreibe verschiedene Vokabeln und Sätze an die Tafel, spreche diese vor, helfe den Schülern bei Fragen und korrigiere die Tests.

In der Abiturklasse mit Lehrerin Ruth

In der Abiturklasse mit Lehrerin Ruth

Ein großer Teil der Schüler tut sich sehr schwer diese neue Sprache zu lernen. Aber viele interessieren sich auch dafür und fragen mich immer wieder, wie man ihren Namen in Englisch ausspricht und verschiedene Wörter.

Mir macht die Arbeit in der Schule total Spaß und ich glaube auch, dass den Schülern diese Abwechslung gefällt.

Im Klassenzimmer

Im Klassenzimmer

Doch trotzdem gibt es große Unterschiede zu der Schule in Deutschland. Bevor der Unterricht beginnt, müssen sich alle Schüler der Klasse nach formatieren. Dann wird auf der Stelle marschiert, montags die Nationalhymne gesungen und ein paar Lehrer halten zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel gutes Benehmen, Reden.

Formation der Schüler

Formation der Schüler

Auch ist Schuluniform hier Pflicht und es wird sehr strikt darauf geachtet, dass diese richtig getragen wird. Was mich immer wieder ein wenig schockiert ist, dass die Jungs alle kurze Haare und vor allem gleich lange Haare haben müssen. Wenn die Frisuren der Schulordnung nicht entsprechen, werden die Schüler vermerkt und müssen sich bis zum nächsten Tag die Haare geschnitten haben. Bei gravierenden Verstößen werden sie nicht auf das Schulgelände gelassen.

 

Zurück im Internat werden nach dem Mittagsessen erst Hausaufgaben gemacht und in der Küche, im Garten und in der Wäscherei geholfen.

Nach dem Abendessen haben die Kinder dann Zeit sich richtig auszutoben. Da sind wir auch immer auf dem Fußballplatz mit dabei 🙂

Basketball, Fußball, Frisbee, Fangen, Seilspringen…alles, was den Kindern so einfällt, wird gespielt.

Seilspringen mit den Kindern

Seilspringen mit den Kindern

Die Kleinsten aus dem Internat

Die Kleinsten aus dem Internat

 

Nach dem Spielen steht für die Kinder nochmal Hausaufgaben oder Häkeln auf dem Programm. Am Wochenende spielen sie Spiele oder schauen einen Film.

In Altersstufen unterteilt haben die Internatskinder und alle Kinder aus dem Dorf die Möglichkeit abends zur Puerta Abierta zu gehen. Die Puerta Abierta (=Offene Tür) ist eine Einrichtung, bei der Kinder und Jugendliche verschiedene Karten- und Gesellschaftsspiele spielen können. Die Erzieherinnen des Kindergarten San Francisco de Asis spielen mit den Kindern und achten darauf, dass die Spiele in Ordnung gehalten werden.

Schwester Verena hat uns erzählt, dass früher fast alle Kinder aus dem Dorf zur Puerta Abierta gekommen sind. Heute gehen aber fast nur noch die Schüler aus dem Internat dorthin, um ein wenig Abwechslung zu haben. Denn durch Fernsehen und Internet haben die anderen Kinder oft auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten.

UNO-Spielen in der Puerta Abierta

UNO-Spielen in der Puerta Abierta

 

Ich hoffe, ihr hattet schöne Ostern und habt noch einen entspannten Ostermontag

Liebe Grüße aus Independencia

eure Pauline

Independencia Hellau – Faschingszeit

Gerade herrscht in ganz Bolivien Karnevalsstimmung und ich war mittendrin. Sowohl in Independencia, als auch in Oruro beim zweitgrößten Karneval von Lateinamerika habe ich das echte südamerikanische Faschingsfieber erlebt.

Seit Anfang Februar ist bei uns im Internat wieder voller Betrieb, denn die Schule hat wieder angefangen. Dieses Jahr sind so viele neue Schüler gekommen, dass sogar die Besucherzimmer an die Kinder abgegeben wurden. Die Kleinsten sind erst sechs Jahre alt. Doch nach einer Woche Schule sind jetzt wegen Fasching schulfreie Tage und die meisten Kinder sind zu ihren Familien nach Hause gefahren.

Aber zurück zum Fasching hier im Centro:

Bereits am Dienstag ging es mit den Kleinsten im buntgeschmückten Saal mit einem Faschingstanz los. Bei traditioneller Musik sind wir mit den Kindern wild im Kreis getanzt. Am nächsten Abend waren dann die Großen dran. Bei diesen haben wir vor allem traditionell getanzt und Kira und ich waren passend mit der Pollera (die Tracht der Quechua) gekleidet.

Faschingstanz im Centro

Faschingstanz im Centro

Am Donnerstagmorgen ging es für uns um drei Uhr mit dem Bus nach Cochabamba los. Das letzte Mal hatten wir in der Regenzeit für die 220km-Strecke neun Stunden gebraucht. Doch dieses Mal hat es ein wenig länger gedauert. Bereits nach zwei Stunden steckten wir für fünf Stunden im metertiefen Matsch fest.

Auf dem Weg nach Cochabamba

Auf dem Weg nach Cochabamba

Weder die Männer noch ein Laster konnte uns da rausholen und erst eine Baustellenraupe hat es geschafft. Nach weiteren 20min Fahrzeit hat ein Baustellengerät, das halb den Weg abgerutscht ist, die Straße blockiert und wir mussten warten bis es abgeschleppt wurde. Das letzte Hindernis war ein Erdrutsch, der bereits für die ganze Nacht den Weg versperrt hatte. Doch auch das haben wir überwunden :))

Der Erdabrutsch

Der Erdabrutsch

Und nach ganzen 22 Stunden sind wir auch in Cochabamba angekommen und mussten nicht, wie schon befürchtet, im Bus übernachten.

Am nächsten Morgen sind wir weiter nach Oruro gefahren. Dort findet nach Río de Janeiro der zweitgrößte Karneval Lateinamerikas statt. Wir haben mit sieben weiteren Freiwilligen bei einem älteren Ehepaar gewohnt. Dort haben wir uns richtig wohl gefühlt, denn die beiden waren richtig putzig und haben immer betont, dass wir uns wie zuhause fühlen sollen.

Am Freitag liefen noch alle Vorbereitungen: die Straße wurde bunt angemalt und die Tribüne wurde aufgebaut. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben uns die verschiedenen Stände angeschaut.

Bemalte Straße in Oruro

Bemalte Straße in Oruro

Außerdem wurden wir mit Schaum und Wasserspritzpistolen voll gesprüht. Das ist hier an Fasching eine Tradition und nicht nur die Kinder haben dabei großen Spaß.

Um sieben Uhr ging es am darauffolgenden Tag mit der Entrada los. Dabei laufen sehr viele verschiedene Tanz- und Musikgruppen eine 9 km lange Straße entlang und bieten ihre Tänze und Lieder dar. Wir hatten am Rand der Straße einen Sitzplatz und konnten von dort aus das Schauspiel bewundern. Die Gruppen kamen aus ganz Bolivien und bestanden zum Teil aus 200 Personen, die synchron getanzt haben. Das war wirklich beeindruckend. Am besten hat mit der Tanz Caborales gefallen, der die Lebensfreude der Südamerika besonders gut darstellt.

Caboralestänzerinnen

Caboralestänzerinnen

Obwohl es zwischendurch sehr geregnet und gewittert hat, konnte die Stimmung nicht gedämpft werden.

Banda bei strömendem Regen

Banda bei strömendem Regen

Besonders beeindruckend waren auch die Kostüme von den verschiedenen Gruppen.

Selfie mit einer Topastänzerin

Selfie mit einer Topastänzerin

Der Umzug ging den ganzen Tag und auch in der Nacht nahm er kein Ende. Aber es wurde auch nicht langweilig, denn es gab so viele verschiedene Tänze und Kostüme, dass wir immer gespannt und begeistert zugeschaut haben. Am Sonntag morgen ging es weiter und manchen Tänzern hat man auch angesehen, dass die Nacht lang war. Aber trotzdem sind alle mit voller Energie über die Straße gefegt.

Das Wochenende war wirklich total beeindruckend und irgendwie auch unbeschreiblich, wie diese Massen von Tänzern auf einen wirken.

Foto mit Caboralestänzern

Foto mit Caboralestänzern

Als wir danach wieder in Independencia angekommen sind, wurden wir von tanzenden Menschen auf der Hauptstraße empfangen. Denn auch hier im Dorf gab es am Wochenende mehrere Entradas.

Entrada in Independencia

Entrada in Independencia

Außerdem wurden wir auch gleich mit Wassereimern und -bomben beschmissen. Allerdings hat es so stark geregnet, dass man dies fast nicht wahrgenommen hat.

EIn Wasserfall direkt vor unserer Haustür :)

EIn Wasserfall direkt vor unserer Haustür 🙂

Ab nächster Woche geht die Schule wieder weiter und für mich und Kira fällt eine neue Aufgabe an: der Englischunterricht. Immer abwechselnd wird einer von uns die Englischlehrerin im Colegio unterstützen und an den weiteren Tagen im Kindergarten mithelfen. Ich bin schon sehr gespannt, welche Unterschiede es zum Englischunterricht in Deutschland gibt und freue mich auf neue Erfahrungen und Herausforderungen.

 

Warten in den Anden

Warten in den Anden

Ganz liebe Grüße,

eure Pauline

Letzte Erlebnisse im Jahr 2014

Das Neue Jahr ist da, für welches ich allen noch alles Gute wünsche. Doch bevor wir ins Jahr 2015 gerutscht sind, habe ich noch einiges erlebt, von dem ich euch berichten möchte.

Bei dem vielen Schnee in Deutschland wahrscheinlich unvorstellbar, ist hier in Bolivien gerade Hochsommer, das heißt aber auch Regenzeit. Am Vormittag zeigt sich meist das schönste Wetter bei bis zu 30°. Doch am späten Nachmittag beginnt dann der Regen, oft auch heftige Gewitter oder Hagel, und dauert bis in die Abendstunden. Da kühlt es schnell wieder ab und man fängt schnell an zu frieren.

Von Ende November bis Anfang Februar sind in ganz Bolivien Sommerferien. Für die Schüler aus dem Internat heißt das, dass sie nach Hause in ihre Dörfer oder in die Stadt zum Arbeiten gehen. Jede Woche müssen jedoch drei bis vier Schüler ins Internat zurückkehren, um hier zu helfen, denn hier steht einiges an: Alle Schlaf-, Aufenthalts- und Lernräume müssen gereinigt, Bettdecken, Matratzen und Kissen gewaschen, Kaputtes repariert und der Bestand gezählt werden. Und genau dabei helfen Kira und ich auch mit. Erst haben wir die Puppen und Puppenkleider aus dem Kindergarten gewaschen und die Listen der Schulbücher und –hefte auf den neusten Stand gebracht. Außerdem hat uns die Kindergärtnerin Doña Alicia Stricken beigebracht. Jetzt stricken wir am Vormittag fleißig Stirnbänder mit Mustern oder Puppenkleidung und am Nachmittag haben wir Presente. Außerdem haben wir bei den weihnachtlichen Vorbereitungen geholfen: einen Adventskranz gebunden, den Weihnachtsbaum geschmückt und die Geschenke für die Mitarbeiter aus dem Centro Social eingepackt.

Beim Binden des Adventskranzes für das Internet

Beim Binden des Adventskranzes für das Internet

Der geschmückte Weihnachtsbaum in unserem Aufenthaltsraum

Der geschmückte Weihnachtsbaum in unserem Aufenthaltsraum

An Heilig Abend haben wir mit Schwester Verena, anderen Mitarbeitern und den Misioneras Quechuas, die auch auf dem Gelände des Internats leben, ein großes Mahl mit Bratwürsten, Kartoffeln, Reis, Kartoffel- und Karottensalat zu uns genommen.

Das Weihnachtsfestmahl

Das Weihnachtsfestmahl

 

Danach haben zwei der Misioneras Quechuas in dem kleinen Gebetsraum des Internats eine Andacht gehalten, bei der wir alle teilgenommen haben.

Nachdem das Essen ein wenig verdaut war, haben wir uns alle im Living zu selbstgebackenen Plätzchen und Glühwein versammelt. Bei dem Geruch nach Glühwein kam dann doch Weihnachtsstimmung auf. Dann wurden natürlich auch noch Geschenke verteilt und ausgepackt.

Gemütliches Beisammensein mit ein paar Mitarbeitern des Internats

Gemütliches Beisammensein mit ein paar Mitarbeitern

Die Leiterin des Centro Social Schwester Verena

Die Leiterin des Centro Social Schwester Verena

Der Abschluss des besonderen Abends bildete der Gottesdienst in der Kirche im Dorf, der sehr besucht war. Am 25. Dezember, dem einzigen Weihnachtsfeiertag in Bolivien, sind wir am frühen Morgen in die Kirche gegangen und mittags gab es nochmal ein großes Festessen, bei dem auch die Pfarrer aus dem Ort eingeladen waren.

In der darauffolgenden Nacht sind wir zur Reise zum Titicacasee aufgebrochen. Nachts ging es mit dem Bus zunächst nach Cochabamba. Die Fahrt dorthin geht über enge Wege durch viele kleine Dörfer und dauert sieben bis acht Stunden. Danach ging es für Kira, Jakob (ein anderer Freiwilliger aus Cochabamba) und mich weiter nach La Paz. Nach acht Stunden kamen wir dort am frühen Morgen an. Der letzte Abschnitt der Fahrt dauerte vier Stunden und ging nach Copacabana. Das ist der bekannteste Landzugang in Bolivien zum Titicacasee und gleichzeitig ein sehr berühmter Pilgerort. Dort haben wir uns noch mit Alina und Johannes getroffen. Die beiden sind auch Freiwillige vom BDKJ und arbeiten in dem noch kleinen Dorf Titicachi.

Am ersten Tag haben wir uns Copacabana mit der von außen beeindruckenden Basílica Virgen de la Candelaria (Maria Lichtmess) angeschaut.

Die Basílica Virgen de la Candelaria

Die Basílica Virgen de la Candelaria

Außerdem sind wir auf den Berg Cerro Calvario gestiegen, der der Höhepunkt der Pilgerstätte mit 14 Kreuzstationen auf über 4000m ist. Von dort aus haben wir die Sicht über den Titicacasee bei Sonnenschein genossen.

Aussicht auf den Titicacasee

Aussicht auf den Titicacasee

Auf dem Berg Cerro Calvario

Auf dem Berg Cerro Calvario

Leider merkt man aber auch im Westen Boliviens etwas von der Regenzeit. Abends hat bereits der Regen angefangen und dauerte bis zum späten Vormittag an, dadurch wurde es auch richtig kalt. Trotzdem ging es am nächsten Tag mit dem Boot weiter in den Süden der Isla del Sol (Sonneninsel). Kaum sind wir dort angekommen, brach die Sonne aus der Wolkendecke und es wurde richtig heiß. Bei Sonnenschein sind wir in Richtung Norden der Insel gelaufen.

Gruppenbild auf der Isla del Sol

Gruppenbild auf der Isla del Sol

Auf dem Weg in den Norden

Auf dem Weg in den Norden

 

Eigentlich wollten wir uns auch den Sonnenuntergang und -aufgang anschauen, aber leider hat es zu der Zeit wieder in Strömen geregnet. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes ging es erst wieder zurück nach Copacabana und dann mit dem Boot zur Islas Flotantes.

Die Bootstour

Die Bootstour

 

Als Anlegestelle dienen Schilfflöße, die mit ihren Schilfhütten eine Touristenattraktion sind. Auf diesen kann man auch die frisch aus dem See gefangenen Forellen verspeisen.

Blick auf die Schilfflöße von oben

Blick auf die Schilfflöße von oben

 

Danach ging es wieder zurück zum Ausgangsort und von dort mit dem Bus über die Zwischenstation La Paz nach Cochabamba zurück.

Der Ausflug hat zwar nur wenige Tage gedauert, trotzdem haben wir sehr viel erlebt und haben ein weiteres Mal die beeindruckende Natur Boliviens kennengelernt.

Ich wünsche allen nachträglich noch ein gutes Neues Jahr: sumaj wata musujwatapaj 2015!

Eure Pauline

So feiert Bolivien…

In den letzten Wochen war hier im kleinen Dorf Independencia richtig viel los. In drei Wochen gab es drei Feste.

Das erste Fest war eine Hochzeit oder besser gesagt vier Hochzeiten, die alle an einem Wochenende in Independencia stattgefunden haben. Am Nachmittag haben wir uns den Gottesdienst angeschaut. Die Braut arbeitet mit uns im Kindergarten und hat uns vorher gesagt, dass wir vorbeischauen können, wenn wir möchten. Typisch für Bolivien hat der Gottesdienst natürlich erst eine halbe Stunde später angefangen als eigentlich geplant. Die Messe wurde sehr schlicht gehalten und danach wurde dem Brautpaar beim Gratulieren weißes Konfetti über den Kopf gestreut.

Hochzeitsgottesdienst

Hochzeitsgottesdienst

Am Abend hat die Feier in einer großen Turnhalle stattgefunden. Die Musik hat durchs ganze Dorf gehallt. Das Spektakel konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir haben erst nur zur Tür reingespäht, aber wir wurden gleich aufgefordert reinzukommen und haben auch Essen in die Hand gedrückt bekommen. Es gab allerdings kein Besteck mehr, also haben wir die Kartoffeln, den Reis und den Salat halt mit den Händen gegessen 🙂 Nach dieser Stärkung haben Kira und ich uns am Tanzen probiert. Die Gastfreundschaft wird hier auf jeden Fall sehr groß geschrieben.

Hochzeitsfeier

Hochzeitsfeier

Eine Woche später wurde Todos Santos, also Allerheiligen gefeiert. Weil das hier in Independencia besonders schön ist, haben uns Jakob und Jonas, zwei andere Freiwillige aus Cochabamba, besucht, um sich das auch anzuschauen.

Am 01. November hat abends am Friedhof ein kleiner Gottesdienst stattgefunden. Danach sind Kinder, Erwachsene und wir natürlich auch zu verschiedenen Gräbern gegangen, an denen die Angehörigen der Verstorbenen sitzen. Dort betet man das Vater Unser und das Ave Maria jeweils dreimal für den Verstorbenen, damit dieser in Friede lebt. Wir haben alles immer auf deutsch gebetet, was die Leute aber immer total gefreut hat. Als Dankeschön für das Beten haben wir Hefeteigbrote, Kekse, Bier, Chicha (das ist ein alkoholisches Maisgetränk) und auch mal einen Schnaps bekommen.

DIe Belohnung fürs viele Beten :)

DIe Belohnung fürs viele Beten 🙂

Am Sonntagmorgen hat nochmal ein Gottesdienst stattgefunden. Danach sind wir wieder zu den Gräbern gegangen und haben gebetet.

Gottesdienst an Todos Santos am Friedhof

Gottesdienst an Todos Santos am Friedhof

Aber an diesem Tag sind die Gräber viel mehr geschmückt und auf den Gräbern steht ganz viel Essen, das dem Verstorbenen besonders gut geschmeckt hat.

ein geschmücktes Grab mit den Angehörigen

ein geschmücktes Grab mit den Angehörigen

Insgesamt ist das Fest viel fröhlicher als Allerheiligen bei uns. Die Menschen glauben, dass an diesen Tagen die Verstorbenen mit ihnen auf dem Friedhof feiern.

Am Tag darauf waren in verschiedenen Dörfern in großen Bäumen Schaukeln aufgehängt. Darauf schaukeln die Mädchen. Während dem Schaukeln singen die Mädchen ein Lied und müssen versuchen mit ihren Füßen einen Korb zu fangen, in dem verschiedenes Essen ist. Symbolisch soll das Schaukeln das Mädchen näher zum Himmel und damit zu Gott und den Verstorbenen bringen.

Wir vier Freiwillige sind mit den typischen Verkehrsmitteln von Bolivien in das Dorf Aramani gefahren. Dort gab es auch eine Schaukel, allerdings ohne einen Korb zum Fangen. Aber trotzdem hat es total Spaß gemacht, hoch in die Luft zu fliegen.

Schaukeln in Aramani

Schaukeln in Aramani

Zurück nach Independencia sind wir durch Felder und über Flüsse gelaufen und wir mussten auch ein bisschen klettern. Das Abenteuer hat mehr als zwei Stunden gedauert. Aber wir hatten auf jeden Fall einen rießen Spaß.

Auf dem Rückweg nach Independencia

Auf dem Rückweg nach Independencia

Letztes Wochenende war dann das dritte Fest: el Día de Independencia (der Tag von Independencia). Der findet am 08. November statt. Aber schon am Abend davor sind viele Organisationen aus dem Dorf an der Hauptstraße entlang marschiert. Musikalisch wurden alle von den Bandas, die wie Schulorchester sind, begleitet. Danach haben noch verschiedene Gruppen auf dem Hauptplatz zum Teil in traditioneller Kleidung Musik gespielt und es wurde natürlich wieder getanzt.

Traditionelle Musikgruppe

Traditionelle Musikgruppe

Am nächsten Morgen sind alle Organisationen marschiert. Kira und ich sind auch mit den Erzieherinnen und den Kindern des Kindergartens, in dem wir arbeiten, über den Platz marschiert. Alle Bewohner aus dem Dorf haben sich auf dem Plazo Mayor versammelt und zur Feier des Tages gab es spezielles Essen.

Marsch mit dem Kindergarten

Marsch mit dem Kindergarten

Am Nachmittag gab es noch ein Motorcrossrennen durch das ganze Dorf, das war die Attraktion des Tages.

Ich habe also auf jeden Fall viel erlebt die letzten Wochen. Doch keine Sorge, das war nicht alles. Ich habe noch bei einem Fußballspiel mitgespielt, Kira und ich haben ein Gewitter überlebt 🙂 wir haben Mützen, Stirnbänder und Schals gehäkelt und wir versuchen uns weiterhin im Quechualernen.

Mir geht es sehr gut hier und ich genieß die Zeit. Ich freue mich über Neuigkeiten von euch!

Och rato kama (das heißt „bis bald“ in Quechua)

eure Pauline

Neues aus Independencia

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich mal wieder… seit dem letzten Mal habe ich wieder viel erlebt.

Mir geht es sehr gut hier, ich habe mich schon richtig eingelebt und kenne auch meine Aufgaben mittlerweile sehr gut. Mit dem Spanisch läuft es auch schon besser und ich muss nicht mehr vor jedem Satz genau überlegen, was ich jetzt sagen möchte. In Independencia sprechen die Menschen untereinander eigentlich nur Quechua, fast alle können aber auch Spanisch. Quechua ist genauso wie Aymara eine indigene Sprache mit vielen Lauten, die ich überhaupt nicht aussprechen kann. Aber zwei, drei Phrasen hab ich mir gemerkt: „Wie geht es dir?“ heißt z.B. „Imainalla kashanki?“ und „Bis morgen“ heißt „Q’aya kama“. Die Mädchen aus dem Centro Social und die Mitarbeiter versuchen mir immer fleißig neue Wörter beizubringen, aber merken kann ich mir das bisher noch nicht so gut.

In den letzten Wochen gab es hier wieder zwei Feste: „Día del Estudiante“ und „Fiesta de los Profesores“.

Am „Día del estudiante“ haben die Kinder den ganzen Tag gespielt und zu Musik getanzt. Außerdem gab es für alle Kartoffeln, Hähnchen und Salat, Wackelpudding und Torte zu essen. In Bolivien ist der Kindergarten mehr wie eine Vorschule: die Kinder lernen die Zahlen von eins bis zehn, das Alphabet, ein bisschen rechnen und sie bekommen Hausaufgaben auf. Deshalb haben die Kinder sich sehr über diesen Tag gefreut, an dem sie einfach mal nur spielen durften und haben dafür auch ihre schönsten Kleider angezogen.

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Lecker, lecker Torte 🙂

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Die Kinder stehn zum Essen an

Die „Fiesta de los Profesores“ ging drei Tage lang. Am ersten Abend haben die Lehrer aus Independencia und auch aus ganz vielen anderen Dörfern in der Sporthalle hier vorgetanzt. Am Freitag und Samstag gab es über den ganzen Tag verteilt Fußball-, Basketball- und Volleyballspiele auf allen Plätzen hier in Independencia, in denen die Lehrer der verschiedenen Schulen gegeneinander gespielt haben. Dabei haben sehr viele Leute zugeschaut und die Mannschaften angefeuert. Ich habe dabei auch mehrere Menschen kennengelernt. Denn hier in dem kleinen Dorf fällt man als Deutsche doch sehr auf und wird schnell angesprochen.

Ein weiteres Fest war die Erstkommunion. Die Mädchen und Jungen waren zwischen 12 und 16 Jahren alt. Die Mädchen tragen dazu ihre Poliera, das ist die traditionelle Tracht, die alle Frauen hier tragen und einen kurzen Schleier und die Jungs Anzüge. Wie auch in Deutschland gibt es eine Kommunionskerze. Der Gottesdienst verlief ziemlich ähnlich wie jeden Sonntag, außer dass viel mehr Leute da waren und die Jugendlichen natürlich ihre erste Kommunion bekommen haben. Am Ende der Messe haben diese dann ein Zeugnis für die Erstkommunion bekommen. Danach haben die Familien den Jugendlichen, um ihnen zu gratulieren weißes Konfetti über den Kopf gestreut.

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Jugendliche der Erstkommunion vor der Kirche in Independencia

Letzte Woche bin ich nach Cochabamba gefahren. Denn am Donnerstag ist dort Kira angekommen, die mit mir ein Jahr im Centro Social zusammen arbeitet. Außerdem mussten wir dann noch wegen unserem Visum zum Bischofsamt und dort verschiedene Dokumente abgeben. Aber davor habe ich mir noch die Projekte von Jakob und Jonas angeschaut: Kinderbetreuung, Hausaufgabenbetreuung, Stickfrauen und noch eine Seniorengruppe. Das war auch sehr interessant mal zu sehen, was andere Freiwillige so machen müssen. Und wenn man in der Stadt ist, merkt man schon einen großen Unterschied zu dem ländlicheren Leben, wie in Independencia. Während im Dorf alle in der traditionellen Tracht rumlaufen, tragen die Menschen in der Stadt Hose und Pulli und man muss nicht nur zwei Minuten laufen, um irgendwohin zu kommen, sondern fährt ‘ne halbe Stunde mit dem Truffi durch die Stadt. Es ist einfach was ganz anderes, aber mir gefällt eigentlich beides.

Diesen Sonntag waren die Präsidentschaftswahlen. Deshalb war das ganze Wochenende Alkoholverbot und am Sonntag auch Fahrverbot. In Cochabamba hat man ganz viel Wahlwerbung für den Präsidenten Evo Morales gesehen. Die Wände sind mit „Evo Morales 2015-2020“ beschrieben. Aber hier in Independencia hat man davon nicht so viel mitbekommen, nur wenn man die Menschen direkt zu dem Thema angesprochen hat. Dabei haben die meisten für Evo Morales geschwärmt oder sich für keine der Parteien ausgesprochen. Am Sonntagabend haben wir durchs Radio erfahren, dass Evo Morales zum dritten Mal zum Präsidenten gewählt wurde. In Independencia soll er über 83% der Stimmen erlangt haben. Im Radio haben wir danach auch gehört, wie seine Anhänger in La Paz „Viva Evo, viva Bolivia, viva la Democracia“ und „ Patria sí, Colonia nio“ gesungen haben, wenn wir alles richtig verstanden haben 🙂

Wenn wir am Nachmittag Zeit haben, gehen wir ein bisschen wandern. Denn man ist hier ja direkt in der Natur. Dadurch dass Independencia aber so hoch liegt, ist das sehr anstrengend und wenn dann auch noch die Sonne runterknallt, kommt man sehr schnell ins Schwitzen. Aber das lohnt sich auf jeden Fall. Wir sehen immer ganz viele Schweine und die Aussicht ist einfach wunderschön.

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Das Tollwutschwein und ich 🙂

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Kira und ich beim Naturerkunden

Ich freue mich immer sehr, was von euch zu hören und ich versuche möglichst schnell zu antworten, aber hier in Independencia haben wir nicht so oft Internet. Ich bin schon total gespant, was ich in der nächsten Zeit noch erleben werde.

Sumajllata rishuchun (das ist Quechua und heißt Alles Gute :))

Mis primeros días en Bolivia

Hola!

Am Mittwochabend, den 3. September wurde es für mich ernst: Mit einem riesen Rucksack, den ich gerade so tragen konnte, einem Trolli und ganz viel Vorfreude begann das Abenteuer für mich direkt am Flughafen. Zum Glück musste ich bei meinem ersten Flug nicht alleine reisen. Denn wir waren insgesamt acht Freiwillige, die nach Bolivien flogen.

AL_20140903_1005Nachdem wir ca. 30 Stunden unterwegs waren, wurden Jakob, Jonas und ich total herzlich am Flughafen in Cochbamba empfangen. Jakob und Jonas sind auch über den BDKJ Bamberg für ein Jahr in Cochabamba, dort arbeiten sie in der Pfarrei Cruz Gloriosa.

Die ersten Tage blieb ich noch in Cochabamba. Dort habe ich in CADECA gewohnt, das ist ein Haus, in dem wöchentliche Seminare für Katechisten stattfinden, also für Menschen, die in Gemeinden und in der Kirche Verantwortung übernehmen.

Am Abend meiner Ankunft war im CADECA ein Fest, bei dem Frauen und Männer aus Peru, Argentinien und Bolivien zusammen gefeiert haben. Dabei habe ich gleich die fröhliche und herzliche Art der Menschen kennengelernt. Alle haben zusammen getanzt und eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen hat Musik gespielt.

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Am Sonntag war dann in der Gemeinde Cruz Gloriosa ein Partnerschafts-Gottesdienst, bei dem die Partnerschaft zwischen Cruz Gloriosa und Weingarten gefeiert wurde. Während des Gottesdienstes wurden die verschiedenen Verantwortlichen, die bei der Partnerschaft mithelfen vorgestellt und Jakob und Jonas als die neuen Freiwilligen. Außerdem hat Corinna, die 2012 als Freiwillige in der Pfarrei gearbeitet hat, einige Worte zur Partnerschaft gesprochen.

DSCN4703Nach dem Gottesdienst gab es noch ein wenig Programm: eine Frau hat ein Gedicht vorgetragen , Jonas hat “Über den Wolken” vorgesungen. Aber das Highlight war, dass einige Kinder die für die verschiedenen Departamentos von Bolivien typischen Tänze in den Trachten vorgetanzt haben. Das war sehr beeidruckend.

DSCN4760Am Mittwoch ging es für mich nach Independencia. Ein Mitarbeiter aus dem Centro Social hat mich mit seinem Auto mitgenommen. Die Fahrt war sehr, sehr beeindruckend. Man fährt 5-6 Stunden in das Andendorf. Aber auf dem Weg dorthin trifft man kaum jemanden, nur ein paar Lamas, Schafe und Pferde, die in der beeindruckenden Natur leben.

DSCN4873Das ist mein Zuhause für das kommende Jahr: Independencia.

Als ich im Centro Social angekommen bin, wurde ich von Schwester Verena und einigen Jugendlichen, die im Internat leben, empfangen. Hier wird einem weißes Konfetti als Wilkommensgruß über den Kopf gestreut.

 

Am Abend darauf war in Independencia „defile de teas“, das ist ein Lichterzug, zu Ehren von Cochabamba. Alle Vereine und Schulen aus Independencia sind mit selbstgebastelteten Laternen durch die Straße gezogen. Am nächsten Morgen gab es nochmal ein Fest: „defile civiquo“, bei dem wieder alle Organisationen durch die Straße marschierten, während die bandas sie musikalisch begleiteten. Außerdem wurden noch zwei typische Tänze vorgeführt.

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Seit dieser Woche arbeite ich vormitttags immer im Kindergarten San Francisco. Nachmittags helfe ich im Centro Social bei organisatorischen Dingen mit.

Im Centro Social wird alle drei Tage selber Brot für das Internat gebacken. Heute war es wieder soweit und ich habe mitgeholfen. Das hat wirklich Spaß gemacht und das frische Brot schmeckt auch richtig lecker 🙂

Mittlerweile habe ich mich hier schon gut eingelebt: Die Menschen haben mich alle total herzlich aufgenommen und ich fühle mich hier richtig wohl.

DSCN5023Hasta luego

Pauline

 

Bienvenidos!

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich einfach mal kurz vorstellen:

Ich heiße Pauline, bin 18 Jahre alt und habe gerade mein Abitur frisch in der Tasche. Für mich war es irgendwie schon immer klar, nach dem Abitur nicht direkt zu studieren, sondern erstmal ein bisschen was von der großen, weiten Welt zu sehen und neue Erfahrungen zu sammeln. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich für ein Jahr in einem sozialen Projekt zu engagieren. So bin ich nach vielen Stunden Recherche am PC auf die Entsendeorganisation BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) gestoßen und dadurch zum Missionskreis Ayopaya gelangt.

Nun ist es bald soweit, am 03. September geht es los und die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren, diverse Packlisten werden abgearbeitet, letzte Einkäufe erledigt und langsam geht es auch daran, sich von Freunden und Familie zu verabschieden. Doch obwohl mancher Abschied schwerfällt, steigt gleichzeitig mit jedem Tag die Vorfreude und Neugier auf ein fremdes und eindrucksvolles Land mit außergewöhnlichen Menschen.

Was mich dort erwarten wird: Abgelegen in dem kleinen Dorf Independencia auf 2700m Höhe, 6-10 Stunden von der nächsten Stadt Cochabamba entfernt, lebe ich zusammen mit Kira im Centro Social San Bonifacio. Das ist ein Internat für Jungen und Mädchen. Die ersten Monate werde ich mich zunächst in einem Kindergarten engagieren. Danach werde ich im Internat organisatorische Aufgaben übernehmen, sowie Englischunterricht geben. Außerdem habe ich die Möglichkeit mit einer Krankenschwester in die umliegenden Dörfer zu fahren, um die Menschen medizinisch zu versorgen. Wie alles im Detail ablaufen wird, wird sich erst vor Ort zeigen. Aber ich bin schon sehr gespannt und aufgeregt, welche Aufgaben und Herausforderungen auf mich zukommen werden.

Ich freue mich immer über Kommentare und Fragen, also her damit! 🙂

Man kann mich auch persönlich unter der Emailadresse pauline@die-familie-link.de erreichen. Wer immer auf dem neuesten Stand meiner Erfahrungen bleiben möchte, kann seine Emailadresse oben rechts eintragen und erhält jedes Mal eine Email, wenn ich einen neuen Beitrag veröffentlicht habe. Ich kann leider noch nicht sagen, wie oft das der Fall sein wird und ich auf Nachrichten antworten kann, da die Internetverbindung nicht die beste ist.

Ganz liebe Grüße,

Pauline